Ballonfahrt im Salzkammergut: mit FREIHEIT über Bergen und Seen
Um 5:00 Uhr morgens werden wir direkt beim Scalaria Event Resort am Wolfgangsee abgeholt. Früh aufstehen gehört beim Ballonfahren oft dazu. Gerade im Frühling wird meist in den Morgenstunden gestartet, solange die Luft noch ruhig ist und sich noch keine stärkere Thermik aufgebaut hat. Im Hochsommer wird tagsüber häufig gar nicht gefahren, weil stärkere Aufwinde und instabilere Bedingungen Ballonfahrten erschweren können. Im Winter wiederum sind Fahrten je nach Wetterlage oft flexibler möglich.
Organisiert wird unsere Fahrt von der BALLOON & AIRSHIP COMPANY aus St. Wolfgang. Der Name ist beim Ballonfahren durchaus passend: Anders als beim Flugzeug gibt es keine fixe Route und kein exaktes Ziel. Ein Heißluftballon bewegt sich mit dem Wind – wohin die Fahrt geht, entscheidet die Luftströmung.
Noch bevor es zum eigentlichen Startplatz geht, holen wir zuerst den Tracker beziehungsweise das Begleitfahrzeug ab. Dieses verfolgt den Ballon später vom Boden aus und übernimmt nach der Landung den Rücktransport von Ballon, Korb und Passagieren. Unterwegs werden noch weitere Mitfahrer abgeholt. Insgesamt sind wir mit Pilot neun Personen. Zugelassen wäre der Ballon für elf.
Der Startplatz richtet sich nach dem Wind
Beim Ballonfahren steht der Abflugort nicht immer lange im Voraus fest. Windrichtung, Wetter und die aktuelle Lage entscheiden mit.
An diesem Morgen geht es in Richtung Irrsee beim Mondsee. Gegen 5:40 Uhr erreichen wir schließlich unseren Startplatz.
Die Bedingungen sind traumhaft: blauer Himmel, angenehme Temperaturen, aber noch eine deutlich feuchte Wiese. Wasserfeste Schuhe sind hier definitiv sinnvoll. Wir tragen lange Hose, T-Shirt und Pullover. Im Nachhinein eine gute Entscheidung.
Viele stellen sich vor, dass es im Ballonkorb deutlich kälter wird als am Boden. Tatsächlich sorgt der Brenner immer wieder für spürbar warme Luft. Wirklich kalt fühlt es sich während der Fahrt jedenfalls nicht an. Unseren Rucksack lassen wir im Auto. Der Korb ist deutlich kompakter, als man ihn sich vorher vorstellt.
Aufbau am frühen Morgen
Bevor der Ballon überhaupt in die Luft kann, wartet zuerst etwas körperliche Arbeit.
Der Aufbau verlangt überraschend viel Handarbeit. Gemeinsam wird zuerst der schwere Korb von der Ladefläche gezogen, anschließend die riesige Ballonhülle auf der Wiese ausgebreitet. Laut Pilot kommen dabei rund 200 Kilogramm Materialgewicht zusammen – kein Wunder also, dass praktisch alle mit anpacken müssen.
Der Korb liegt zunächst noch seitlich am Boden. Jetzt beginnt der eigentliche Aufbau: Zuerst wird kalte Luft mit einem leistungsstarken Ventilator in die Hülle geblasen. Erst danach kommt die Heißluft ins Spiel. Über den Brenner wird die Luft im Inneren erhitzt, bis sich der Ballon langsam aufrichtet.
Übrigens sagt man beim Ballon nicht, dass er „fliegt“. Man fährt mit dem Ballon – ähnlich wie mit einem Schiff. Der Grund dafür ist einfach: Ein Ballon besitzt keine Tragflächen und wird nicht wie ein Flugzeug gesteuert, sondern von warmer Luft getragen und vom Wind bewegt.
Bei unserer Fahrt handelt es sich um die Jungfernfahrt des Salzburger-Nachrichten-Ballons. Nebenbei erfahren wir noch eine interessante Zahl: Ein kompletter Heißluftballon mit Korb kostet ungefähr 100.000 Euro. Laut Pilot entfällt rund die Hälfte auf den Korb und die andere Hälfte auf die Ballonhülle.
Ballonfahren ist außerdem streng geregelt. Ballone werden regelmäßig gewartet und geprüft. Mindestens einmal pro Jahr muss eine umfassende technische Kontrolle durchgeführt werden, damit die Lufttüchtigkeit erhalten bleibt.
Abheben zwischen Mondsee und Irrsee
Um 6:40 Uhr beginnt schließlich unsere Fahrt. Und sie beginnt überraschend sanft. Kein plötzliches Ruckeln, kein Gefühl von Geschwindigkeit, kein dramatisches Abheben. Der Ballon löst sich beinahe unmerklich vom Boden.
Schon kurz nach dem Start liegt links von uns der Mondsee, rechts der Irrsee, den wir wenig später überfahren. Die Fahrt fühlt sich deutlich ruhiger an, als wir uns das vorgestellt hatten.
Durch den Piloten reguliert, dreht sich der Ballon währenddessen immer wieder leicht um die eigene Achse. Dadurch verändert sich die Aussicht laufend. Einmal fällt der Blick Richtung Schafberg, dann zur Drachenwand, dahinter zeichnet sich der Dachstein ab. Wir fahren ungefähr 300 Meter über dem Irrsee.
Viele Menschen fragen sich vor einer Ballonfahrt, wie es mit Höhenangst aussieht. Interessanterweise empfinden zahlreiche Personen das Erlebnis deutlich angenehmer als eine Leiter, einen Aussichtsturm oder eine Aussichtsplattform. Auch bei uns fühlt sich die Fahrt wesentlich entspannter an als erwartet. Statt eines Unsicherheitsgefühls entsteht eher der Eindruck, langsam und beinahe lautlos durch die Landschaft zu gleiten. Zu hören ist meist nur gelegentlich das kräftige Fauchen des Brenners.
Über Kolomansberg Richtung Mattsee
Die Fahrt führt weiter über den Kolomansberg. Gut sichtbar ist die markante Radarstation am Berg. Dahinter zeigt sich bei klarer Sicht sogar der Watzmann. Danach treiben wir weiter Richtung Mattsee.
Hier wird besonders deutlich, wie sehr Ballonfahren vom Wind abhängt. Der Pilot kann zwar unterschiedliche Höhen nutzen, um verschiedene Luftströmungen auszuprobieren, klassisch gelenkt wird aber nicht. Wohin der Wind trägt, dort geht die Reise hin. Und dort wird letztlich auch gelandet – auf einem Feld, einer Wiese oder einem anderen geeigneten Platz.
Gegen 8:15 Uhr beginnt unser Landeanflug. Wir überqueren noch ein Waldstück, bevor die Landung auf einem frisch gemähten Feld erfolgt. Auch dieser Teil überrascht uns. Die Landung verläuft völlig ruhig und deutlich unspektakulärer, als viele vermutlich erwarten würden. Schon kurze Zeit später wartet der Tracker am Boden auf uns.
Nun beginnt wieder Teamarbeit: Einige steigen aus und helfen dabei, den Ballon Richtung Begleitfahrzeug zu ziehen. Anschließend wird die restliche Luft aus der Hülle gelassen, der Ballon zusammengelegt, wieder auf den Trailer gehoben und sorgfältig verstaut.
Wie das Ballonfahren begann
Nach der Landung folgt noch ein Teil, mit dem wir überhaupt nicht gerechnet hatten: die traditionelle Ballonfahrertaufe.
Dabei erzählt uns Julius auch etwas über die Geschichte des Ballonfahrens. Ihre Anfänge liegen im Frankreich des 18. Jahrhunderts bei den Brüdern Joseph-Michel und Jacques-Étienne Montgolfier, die mit ihren Heißluftballonen europaweit für Aufsehen sorgten.
In der Erzählung geht es schließlich um einen der ersten Menschen, der tatsächlich mit einem Ballon fuhr. Als sich herausstellte, dass es sich nicht um einen Adeligen handelte, entstand offenbar Diskussion – schließlich hatte er plötzlich von oben auf die Welt und damit auch auf die höheren Gesellschaftsschichten hinuntergeblickt. Am Ende soll er statt einer Strafe symbolisch sogar in den Adel aufgenommen worden sein. Aus dieser Geschichte entwickelte sich die bis heute gepflegte Tradition, dass Ballonfahrer nach ihrer ersten Fahrt symbolisch in den „adeligen Stand“ erhoben werden. Auch wir werden auf ein Knie gebeten, mit Sekt getauft und erhalten anschließend eine persönliche Urkunde. Danach gibt es natürlich auch noch ein gemeinsames Gläschen zum Anstoßen.
Hier könnt ihr eure Ballonfahrt buchen
Balloon & Airship Company
https://www.freiheit.at/
Tel.: +43 (0) 664 1373870
E-Mail: willkommen@freiheit.at
Zurück ins Scalaria am Wolfgangsee
Nach diesem ungewöhnlichen Abschluss geht es zurück nach St. Wolfgang ins Scalaria.
Das Hotel liegt direkt am Wolfgangsee und eignet sich durch seine Lage gut als Ausgangspunkt für Ausflüge im Salzkammergut. Nach dem frühen Start und den Eindrücken der Ballonfahrt fühlt sich die Rückkehr ans Seeufer besonders angenehm an. Umso praktischer, dass das Scalaria Frühstück bis 12 Uhr anbietet – perfekt, um sich nach der wunderschönen Ballonfahrt in Ruhe zu stärken.
Was uns an der Ballonfahrt letztlich am meisten überrascht hat, ist nicht die Höhe, sondern wie ruhig sich das gesamte Erlebnis anfühlt. Vom gemeinsamen Aufbau am frühen Morgen über die Fahrt zwischen Irrsee, Mondsee und Alpenpanorama bis zur traditionellen Taufe nach der Landung entsteht ein Erlebnis, das deutlich mehr umfasst als nur die eigentliche Zeit im Ballonkorb.



















