Das Schweizertor ist der prächtigste Zugang zur Wiener Hofburg und eines der bedeutendsten Renaissanceportale Mitteleuropas. Es führt direkt in den Schweizerhof, den ältesten Teil der Hofburg, der auf eine Kastellburg aus dem 13. Jahrhundert zurückgeht. Sowohl Tor als auch Hof sind nach der Schweizergarde benannt, die ab 1745 hier Wache stand. Der Schweizerhof war Residenz zahlreicher Habsburger und beherbergt heute die Kaiserliche Schatzkammer und die Hofburgkapelle.
Kurzinfos:
Das Schweizertor wurde 1552–1553 unter Kaiser Ferdinand I. errichtet und war der hochrangigste Zugang zur kaiserlichen Residenz. Die Gestaltung lehnt sich bewusst an römisch-antike Triumphbögen an und zählt zu den ältesten Renaissanceportalen mit dorischer Ordnung im deutschsprachigen Raum. Der festungsartige Charakter der Hofburg blieb dabei erhalten – das Tor verfügte ursprünglich über eine Zugbrücke über den Burggraben.
Die reich verzierte Außenseite des Portals zeigt das große Wappen Kaiser Ferdinands I., umgeben von der Ordenskette des Goldenen Vlieses. Besonders markant ist die Inschrift in vergoldeten Bronzelettern:
„FERDINANDUS ROM. GERMAN. HUNGAR. BOEM. ETC. REX INFANS HISP. ARCHIDUX AUSTR. DUX BURGUND. ETC. ANNO MDLII“
Übersetzung und Bedeutung:
„Ferdinand, römischer (König), König von Germanien, Ungarn, Böhmen usw., Prinz von Spanien, Erzherzog von Österreich, Herzog von Burgund usw., im Jahr 1552“
Diese Inschrift fasst die wichtigsten Titel von Ferdinand I. zusammen. Sie sollte seine legitime Herrschaft und den dynastischen Anspruch der Habsburger sichtbar zur Schau stellen – direkt über dem zentralen Zugang zur Residenz. Die hofseitige Rückseite des Portals ist mit einer weiteren Wappendarstellung versehen und trägt die schlichte Jahreszahl MDLIII (1553).
Das Portal ist flankiert von dorischen Halbsäulen und dekorativen Elementen wie Rosetten, Stierschädeln und Groteskenmalerei. Im inneren Gewölbe der Torhalle ist ein heraldisches Programm zu sehen, das die habsburgischen Erblande visualisiert: Wappen von Österreich, Steiermark, Krain, Kärnten und Österreich ob der Enns. Ein kleines Bild zeigt einen Mann mit Schlüsselbund und der Inschrift „Batista Porti“ – vermutlich Leopold Heyperger, ein enger Vertrauter Ferdinands.
Am Sockel der hofseitigen Toröffnung befindet sich eine weitere Inschrift:
„Si deus pro nobis, quis contra nos. 1660“
(„Wenn Gott für uns ist – wer kann gegen uns sein?“ – Römerbrief 8,31)
Der Legende nach wurde dieser Satz von Kaiser Leopold I. persönlich eingeritzt.
Der Schweizerhof selbst wurde im 13. Jahrhundert als Kastellburg mit vier Ecktürmen errichtet. Unter Friedrich III. kam es zum Einbau der gotischen Hofburgkapelle, unter Ferdinand I. zur Umgestaltung in ein Renaissanceschloss. Die Kapelle und die Schatzkammer sind noch heute erhalten und öffentlich zugänglich. In den späteren Jahrhunderten diente der Schweizerhof als Wohnsitz für bedeutende Mitglieder des Kaiserhauses – darunter Kaiser Franz I., Franz Joseph I. und Kronprinz Rudolf.
| Tag | Öffnungszeiten |
|---|---|
| Montag | 24 Stunden geöffnet |
| Dienstag | 24 Stunden geöffnet |
| Mittwoch | 24 Stunden geöffnet |
| Donnerstag | 24 Stunden geöffnet |
| Freitag | 24 Stunden geöffnet |
| Samstag | 24 Stunden geöffnet |
| Sonntag | 24 Stunden geöffnet |
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