Das Granatium in Radenthein zählt zu den außergewöhnlichsten Ausflugszielen Kärntens. Hier erfährst du nicht nur alles über den tiefroten Edelstein der Nockberge, sondern kannst ihn auch selbst suchen. Neben einer modernen Ausstellung erwarten dich Europas einzige begehbare Granatader, ein Schürfgelände, ein imposantes Granatzimmer und zahlreiche interaktive Stationen. Dadurch eignet sich das Granatium gleichermaßen für Familien, Naturinteressierte und alle, die mehr über die Geschichte des Granatabbaus in den Nockbergen erfahren möchten.
Kaum ein anderer Edelstein ist so eng mit einer Region verbunden wie der Granat mit den Kärntner Nockbergen. Bereits seit Jahrhunderten wird der dunkelrote Stein rund um Radenthein gefunden und abgebaut. Wegen seiner kräftigen Farbe wird er häufig auch als „Blutstropfen der Nockberge“ bezeichnet. Im Granatium erfährst du, wie der Granat vor Millionen von Jahren entstanden ist, weshalb er fast ausschließlich in bestimmten Gesteinsformationen vorkommt und welche Bedeutung er früher für die Menschen der Region hatte. Anders als in einem klassischen Museum werden diese Inhalte anschaulich und leicht verständlich vermittelt, sodass auch Kinder den Zusammenhängen gut folgen können.
Schon nach dem Betreten fällt auf, dass das Granatium keine gewöhnliche Mineraliensammlung ist. Statt endloser Vitrinen führt die Ausstellung Schritt für Schritt durch die Geschichte des Edelsteins. Modelle, Filme, Hörstationen und zahlreiche originale Fundstücke wechseln sich dabei laufend ab.
Besonders gelungen ist die Mischung aus Geologie, Bergbau und regionaler Geschichte. Du erfährst nicht nur, wie Granate entstehen und welche unterschiedlichen Arten es gibt, sondern auch, wie beschwerlich der Abbau früher war und weshalb Radenthein bis heute eng mit dem Granat verbunden ist.
Zwischendurch lockern interaktive Stationen den Rundgang auf. Dadurch bleibt der Museumsbesuch abwechslungsreich und richtet sich nicht nur an Mineralienliebhaber, sondern an die ganze Familie.
Zu den eindrucksvollsten Bereichen gehört das Granatzimmer. Die Wände bestehen aus rund 80 Tonnen Granatgestein und verleihen dem Raum seine außergewöhnliche Atmosphäre. Je nach Lichteinfall beginnen unzählige kleine Granatkristalle zu funkeln und machen deutlich, wie dicht die Gesteine in dieser Region mit dem Edelstein durchsetzt sind.
Auf Fotos wirkt dieser Raum oft unscheinbar. Vor Ort entfaltet er jedoch eine ganz andere Wirkung, da man von Granatgestein umgeben ist und die unzähligen Kristalle aus nächster Nähe betrachten kann. Gerade dieser Bereich bleibt vielen Besuchern besonders in Erinnerung.
Ein weiterer Höhepunkt des Granatiums ist die begehbare Granatader. Dabei handelt es sich nicht um einen nachgebauten Stollen, sondern um eine freigelegte Gesteinsader, in der die Granatkristalle noch heute in ihrem natürlichen Verband zu erkennen sind. Dadurch erhältst du einen seltenen Einblick, wie der Edelstein tatsächlich im Gestein vorkommt.
Während einzelne Granate im Museum bereits geschliffen oder aus dem Fels gelöst präsentiert werden, zeigt dieser Bereich den ursprünglichen Zustand. Zwischen dem hellen Gestein sind unzählige dunkelrote Kristalle eingelagert, die teilweise erst auf den zweiten Blick auffallen. Informationstafeln erklären, wie diese Lagerstätte entstanden ist und weshalb Granate gerade in den Nockbergen in dieser Form vorkommen.
Gerade dieser Abschnitt macht deutlich, wie aufwendig der Abbau früher gewesen sein muss. Was heute wie einzelne kleine Kristalle aussieht, musste damals mühsam aus dem harten Gestein gelöst werden.
Nach dem Museumsbesuch geht es hinaus zum Schürfgelände. Dort erhältst du einen Geologenhammer und einen Meißel und kannst selbst nach echten Granaten suchen, die du anschließend mit nach Hause nehmen darfst.
Die Vorstellung, dass überall leuchtend rote Edelsteine im Gestein stecken, verfliegt allerdings schnell. Man sieht sie schon, aber herausbringen ist etwas anderes. Stattdessen heißt es: Stein für Stein bearbeiten. Mit Hammer und Meißel werden größere Gesteinsbrocken zerteilt und immer wieder nach den kleinen Granatkristallen abgesucht.
Vor allem an heißen Sommertagen kann das Schürfen richtig anstrengend werden, auch wenn der Bereich überdacht ist und großteils vor direkter Sonne oder auch Regen schützt. Die Sonne brennt auf das Schürfgelände, der Fels ist hart und schöne Funde sind alles andere als selbstverständlich. Oft vergehen viele Minuten, ohne dass ein einziger Granat auftaucht. Umso größer ist die Freude, wenn zwischen den frisch aufgeschlagenen Steinen plötzlich ein dunkelroter Kristall zum Vorschein kommt.
Wer einen besonders schönen Granaten finden möchte, braucht vor allem Geduld. Viele Fundstücke sind nur wenige Millimeter groß und wirken zunächst eher unscheinbar. Andere sind von vorherigen Besuchern zerschlagen. Im Sonnenlicht oder wenn sie frisch aus dem Gestein gelöst werden, schimmern sie oft kräftig rot. Zu Hause sehen viele der kleinen Steine jedoch deutlich dunkler aus und verlieren ihren intensiven Glanz. Das schmälert den Wert des Fundes zwar nicht, zeigt aber, wie unterschiedlich Granate je nach Licht und Oberfläche wirken.
Gerade diese Mischung aus körperlicher Arbeit, Ausdauer und dem Glück über einen gelungenen Fund macht das Schürfen zu einem Erlebnis, an das sich viele Besucher noch lange erinnern.
Ein weiterer Teil der Ausstellung widmet sich der Verarbeitung des Granats. Hier erfährst du, wie aus einem unscheinbaren Rohstein ein funkelnder Edelstein entsteht. Anhand verschiedener Werkzeuge und Beispiele wird gezeigt, welche Arbeitsschritte notwendig sind, bis der Granat geschliffen und schließlich in Schmuck eingesetzt werden kann.
Dabei wird auch deutlich, dass nur ein kleiner Teil aller gefundenen Granate überhaupt für hochwertigen Schmuck geeignet ist. Viele Steine besitzen Einschlüsse, Risse oder eine ungünstige Form und werden daher nicht geschliffen. Gerade deshalb sind größere, klare Exemplare besonders wertvoll.
Am Ende des Rundgangs gelangst du in den Shop. Anders als in vielen Museumsläden beschränkt sich das Angebot nicht auf wenige Souvenirs. Hier findest du eine große Auswahl an Granatschmuck, Rohsteinen, Trommelsteinen und Dekorationsartikeln.
Besonders interessant ist der direkte Vergleich zwischen den naturbelassenen Granaten aus dem Schürfgelände und den fertig geschliffenen Edelsteinen. Erst hier wird deutlich, wie stark sich ein Granat durch den Schliff verändert und welche intensive rote Farbe dabei zum Vorschein kommen kann.
Neben hochwertigen Schmuckstücken gibt es auch zahlreiche kleinere Mitbringsel, sodass sich für nahezu jedes Budget etwas Passendes findet.
Das Granatium richtet sich nicht ausschließlich an Mineralienfreunde. Durch die Kombination aus Ausstellung, begehbarer Granatader und Schürfgelände kommt während des gesamten Besuchs kaum Langeweile auf. Kinder können selbst aktiv werden, während Erwachsene viel Wissenswertes über Geologie, Bergbau und die Geschichte des Granats erfahren.
Gerade diese Mischung macht den Besuch abwechslungsreich. Während klassische Museen häufig nur aus Schautafeln und Vitrinen bestehen, wechseln sich im Granatium Information, Erlebnisse und Mitmachstationen ständig ab.
Plane für den Besuch ausreichend Zeit ein. Wer nur schnell durch die Ausstellung geht, ist zwar in weniger als einer Stunde fertig. Das eigentliche Erlebnis beginnt für viele jedoch erst beim Schürfen. Hier vergeht die Zeit oft schneller als gedacht – vor allem dann, wenn man den ersten schönen Granat gefunden hat oder noch auf den ganz besonderen Fund hofft.
Das Granatium lässt sich außerdem hervorragend mit weiteren Ausflugszielen rund um den Millstätter See und die Nockberge kombinieren. Durch die Nähe zu Radenthein, Bad Kleinkirchheim und der Turracher Höhe eignet es sich sowohl als Ziel für einen Halbtagesausflug als auch als Schlechtwetterprogramm während eines Urlaubs in der Region.
| Tag | Öffnungszeiten |
|---|---|
| Montag | 09:00 – 18:00 |
| Dienstag | 09:00 – 18:00 |
| Mittwoch | 09:00 – 18:00 |
| Donnerstag | 09:00 – 18:00 |
| Freitag | 09:00 – 18:00 |
| Samstag | 09:00 – 18:00 |
| Sonntag | 09:00 – 18:00 |
15.-19. Dez
22., 23., 26., 29. und 30. Dez.
11 – 16 Uhr
Schürfgelände geschlossen
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