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Irrsee im Salzkammergut

Der Irrsee – auch Zellersee genannt – liegt im oberösterreichischen Salzkammergut nördlich des Mondsees und ist ein länglicher Moorsee mit einer Länge von etwa fünf Kilometern und einer Breite von rund einem Kilometer. Der See ist komplett von einer Schilf‑ und Moorlandschaft umgeben, er steht unter Naturschutz und beherbergt eine besonders artenreiche Flora und Fauna. Trotz des Schutzstatus dürfen Besucher den warmen Moorsee sanft nutzen; die Wasseroberfläche kann im Sommer durch flache Bäche und Quellen bis zu 27 °C erreichen. Angler schätzen den guten Fischbestand, während Schwimmer wegen der hohen Wasserqualität anreisen.

Kurzinfos:

  • Wo liegt der Irrsee? In der Gemeinde Zell am Moos im Salzkammergut; offizielle Adresse: Irrsee, 4893 Zell am Moos am Irrsee.
  • Wie erreiche ich den See? Von der Autobahnabfahrt Mondsee fährt man rund 4 km Richtung Zell am Moos und sieht den ersten öffentlichen Badeplatz. Mit der Bahn steigt man an der Station Oberhofen am Irrsee aus.
  • Wie warm ist das Wasser? Im Sommer liegen die Temperaturen im Schnitt bei rund 24 °C; an heißen Tagen steigen sie durch Moor‑ und Quellzuflüsse auf bis zu 27 °C.
  • Welche Gebühren fallen an? Der öffentliche Landesbadeplatz Zell am Moos ist kostenlos; im Sommer wird eine Parkplatzgebühr von etwa 5 € pro Auto erhoben. Im Strandbad Laiter zahlen Erwachsene etwa 4,50 € und Kinder rund 2 € Tages­eintritt.
  • Wie tief ist der See? Die tiefste Stelle beträgt rund 32 m.
  • Welche Aktivitäten sind erlaubt? Schwimmen, Rudern, Kajak‑ oder Kanufahren und Stand‑Up‑Paddling sind erlaubt; motorisierte Boote sind aus Naturschutzgründen verboten. Elektrische Außenborder sind nur für Angler mit Jahres­genehmigung erlaubt.
  • Was macht den See besonders? Die Kombination aus warmem Moorwasser, hervorragender Wasserqualität und streng geschützter Uferzone mit seltenen Arten wie dem Brachvogel.
  • Gibt es einen Rundweg? Ja, ein etwa 14 km langer Rundwanderweg führt einmal um den See und berührt verschiedene Moorgebiete.

Natur und Ökologie des Irrsees

Der Irrsee ist ein Moorsee, der durch den Traungletscher geformt wurde; er besitzt zwei unterschiedlich tiefe Becken und bedeckt eine Fläche von etwa 3,5 Quadratkilometern. Mehr als zwanzig Bäche und unterirdische Quellen speisen den See, wodurch sein Wasser ungewöhnlich warm bleibt und zugleich ständig erneuert wird. Der See ist vollständig als Naturschutzgebiet ausgewiesen, weshalb die Ufer fast unverbaut und von dichten Schilfgürteln gesäumt sind. Diese Röhrichtzonen bieten Lebensraum für seltene Tierarten, darunter der Große Brachvogel, dessen Gesang den Beinamen „Moorflöte“ inspirierte. Im Frühjahr lassen sich daneben Blässhühner, Reiher und Libellen beobachten, während im Wasser Fische wie Reinanken, Zander oder Karpfen leben.

Trotz des Schutzstatus darf der See behutsam genutzt werden: Baden und Wassersport sind erlaubt, aber Motorboote sind verboten und auch Echolote dürfen nicht genutzt werden. Angler dürfen seit einigen Jahren Elektro­motoren verwenden, wenn sie eine spezielle Jahresgenehmigung besitzen. Diese Einschränkungen schützen die empfindliche Ufervegetation, die teilweise als Nord‑, Südwest‑ und Südmoor ausgewiesen ist und in der zahlreiche gefährdete Pflanzen wachsen.

Baden und öffentliche Strandbäder

Durch seine warmen Temperaturen und die ausgezeichnete Wasserqualität gilt der Irrsee als einer der angenehmsten Badeseen der Region. Die Moorlandschaft sorgt allerdings für einen dichten Schilfsaum, sodass der Zugang zum Wasser an vielen Stellen erschwert ist. Aus diesem Grund gibt es zwei öffentliche Badeplätze:

Strandbad Laiter am nordöstlichen Ufer verfügt über einen Sandstrand, eine 6.000 m² große Liegewiese sowie einen Beachvolleyballplatz. Das Bad bietet Stege für den sicheren Einstieg und kostet rund 4,50 € Eintritt für Erwachsene und 2 € für Kinder.
Landesbadeplatz Zell am Moos am Ostufer ist frei zugänglich; lediglich eine Parkgebühr von etwa 5 € wird in der Sommersaison erhoben. Um die brütenden Vogelarten in den Schilfzonen zu schützen, führt ein Steg über das Röhricht ins offene Wasser.

Neben den beiden öffentlichen Anlagen bieten mehrere Gasthöfe eigene Badestellen für ihre Gäste. An sämtlichen Badeplätzen sollte man Rücksicht auf die umgebende Natur nehmen und die ausgeschilderten Schutzzonen meiden.

Wander‑ und Radwege rund um den See

Rund um den Irrsee verläuft ein leicht begehbarer Rundweg mit etwa 14 Kilometern Länge, der in drei bis vier Stunden zu bewältigen ist. Startpunkt ist häufig der Parkplatz hinter der Pfarrkirche in Zell am Moos, und die Runde führt gegen den Uhrzeigersinn entlang des Ost- und Nordufers durch Campingplätze wie Unterschwand und Laiter. Am Nordufer umspannt der Weg das Naturschutzgebiet Irrsee‑Nordmoor, auf dem Rückweg am Westufer liegen weitere Badestellen sowie kleine Unterkünfte.

Auf dem Südufer passiert man die Moorgebiete Südwest‑ und Südmoor, deren Torfböden seltene Pflanzen beherbergen. Ein besonderes Highlight ist die Landart‑Installation „Phyllotaxis“ am Südufer. Wer kürzere Touren bevorzugt, findet nördlich des Sees den Libellenweg, einen Rundweg durch sanfte Hügellandschaften und kleine Dörfer. Für geübte Wanderer bieten sich die Gipfelrouten auf den Schober und den Frauenkopf an, die steiler sind, aber beeindruckende Ausblicke auf die Seenlandschaft liefern.

Die Region eignet sich auch bestens zum Radfahren: Verkehrsarmer Landstraßen und Radabschnitte rund um den See machen den See zu einem beliebten Ziel für Rennrad‑ und Freizeitradfahrer.

Aktivitäten auf dem Wasser und Angeln

Der Irrsee ist ideal zum Schwimmen, Rudern, Stand‑Up‑Paddling und Segeln mit Muskelkraft. SUP‑Fahrer und Paddler sollten allerdings die gekennzeichneten Schilfgebiete und Naturschutzzonen meiden, um Tiere nicht zu stören. Motorisierte Boote sind grundsätzlich verboten, weil der See unter strengem Naturschutz steht. Angler benötigen eine gültige Lizenz und dürfen maximal drei Ruten verwenden; für Elektro­motoren ist eine besondere Genehmigung erforderlich. Der Fischbestand umfasst Reinanken, Zander, Karpfen, Hechte und Weißfische, und die Schonzeiten sind streng geregelt.

Der Naturpark Bauernland

Rund um den Irrsee, Mondsee und Attersee erstreckt sich der Naturpark Bauernland, der seit kurzer Zeit als jüngster Naturpark Oberösterreichs gilt. Seine Landschaft wurde über Jahrhunderte durch die Landwirtschaft geformt; Ziel des Parks ist es, diese Kulturlandschaft zu erhalten und den nachhaltigen Umgang mit der Natur zu fördern. Er schützt Flora und Fauna, bietet Bewohnern und Gästen Ruhe‑ und Erholungsräume und schafft Bewusstsein für richtiges Verhalten in der Natur. Darüber hinaus unterstützt der Park regionale Wirtschaftskreisläufe, etwa durch Vermarktung lokaler Produkte oder nachhaltigen Tourismus.

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