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Kaiserliche Wagenburg Wien – imperiale Kutschenwelt im Schloss Schönbrunn

Die Kaiserliche Wagenburg Wien ist Teil des Kunsthistorischen Museumsverbandes und liegt auf dem Gelände von Schloss Schönbrunn in Wien. In der historischen Remise werden überlieferte Prunk‑ und Alltagsfahrzeuge der Habsburger sowie höfische Uniformen und Reitzeug präsentiert. Die neugestaltete Dauerausstellung führt mit aufwändiger Licht‑ und Rauminzenierung durch den höfischen Alltag zwischen 1700 und 1918 und widmet sich besonders Kaiserin Elisabeth („Sisi“). Höhepunkte sind der kaiserliche Krönungswagen, das schwarz lackierte Leichenfahrzeug und der letzte Hofmotorwagen von 1914, der den letzten Kaiser ins Exil brachte. Ergänzt wird die Schau durch den modernen „ArtCar“, der die Tradition der kunstvoll dekorierten Fahr­zeuge ins 21. Jahrhundert überträgt.

Kurzinfos:

  • Adresse: Schloss Schönbrunn, 1130 Wien (in den Haupteingang und dann rechts ein paar hundert Meter)
  • Öffnungszeiten: 15. März – 30. November täglich 9–17 Uhr; 1. Dezember – 14. März täglich 10–16 Uhr. Gruppen ab 10 Personen nur nach voriger Anmeldung.
  • Eintritt: Erwachsene €12 online (vor Ort €14); Kinder und Jugendliche 0–19 Jahre gratis. Hier findet ihr alle Preise. Kostenlos mit der Neue Bundesmuseen Card
  • Audioguide: €2; verfügbar in Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch und Russisch.
  • Sonderausstellungen: Die Wagenburg präsentiert regelmäßig Schwerpunktausstellungen. 2024/25 wurde mit „Victoria! – A Court Carriage and its Colourful History“ die persönliche Victoria‑Kutsche von Kaiser Franz Joseph nach aufwändiger Restaurierung gezeigt.
  • Highlights der Sammlung: Golden geschmückter Krönungswagen, Wagen von Kaiserin Elisabeth (1854) und Napoleon (1805), schwarze Leichenkutsche, Hofauto 1914 und das „ArtCar“.
  • Anreise: Mit der U‑Bahn U4 bis Hietzing; Straßenbahnlinien 10, 58 und 60; vom Westbahnhof über die U6 bis Längenfeldgasse, weiter mit U4 bis Hietzing; 
  • Barrierefreiheit: Haupteingang mit niedriger Stufe (~3 cm), doppelflügelige Türen (Breite 68 cm); Eingang zur Sammlung 130 cm breit; Erdgeschoss barrierefrei; Obergeschoss nur über Treppe erreichbar; Sanitäranlagen außerhalb der Sammlung derzeit nicht barrierefrei.
  • Service: Fotografieren für private Zwecke ohne Blitz und Stativ erlaubt; kostenfreie Garderobe und Schließfächer; Audioguide, Museumsshop und kostenloser Kinderwagen‑Verleih; Gruppenführungen und Programme für Familien und Schulklassen nach Vereinbarung.

Geschichte und Sammlung

Höfische Kutschen waren jahrhundertelang ein zentrales Repräsentationsmittel der Habsburger. Bei Krönungen, Hochzeiten und Prozessionen dienten die prachtvoll gestalteten Wagen als sichtbarer Ausdruck von Macht und Rang. Technische Fortschritte im späten 18. Jahrhundert führten zu einer Vielzahl neuer Fahrgestelle, doch der Hof blieb bis 1918 auf die exklusiven Staatskarossen fixiert. Nach dem Ende der Monarchie verfügte die Republik über rund 600 Kutschen und 350 Pferde; viele Fahrzeuge wurden versteigert oder an Behörden und Nachfolgestaaten abgegeben.

Als der Bundesfuhrwerksbetrieb 1922 aufgelöst wurde, kamen die historisch bedeutenden Fahrzeuge und Uniformen in den Besitz des Kunsthistorischen Museums. Heute zählt das „Museum der Wagen und Monturdepot“ zu den bedeutendsten seiner Art weltweit: Es umfasst die am besten erhaltene höfische Flotte des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, eine einzigartige Sammlung historischen Reit‑ und Geschirrzeugs sowie die weltweit größte Sammlung ziviler Uniformen und persönlicher Kleidung der kaiserlichen Familie. Seit 2001 dient die Sammlung zudem als internationales Forschungszentrum für Kutschenbau, europäische Mobilitätsgeschichte und höfische Repräsentation.

Höhepunkte der Ausstellung

Die Dauerausstellung der Kaiserlichen Wagenburg gliedert sich in thematische Zonen. Ein Schwerpunkt ist die Präsentation von Kaiserin Elisabeth: Mit Hilfe von Originalobjekten wie ihrem Brautschleier, Kleidern und persönlichen Toilettengegenständen sowie Filmausschnitten vermittelt der Rundgang die Lebenswelt der Kaiserin. Neben ihrer Hochzeitskutsche können Besucher*innen auch den goldenen Krönungswagen bewundern, der bei Krönungsfeierlichkeiten im 18. Jahrhundert zum Einsatz kam. Weitere Höhepunkte sind das schwarze Leichenfahrzeug, das bei den Begräbnissen von Kaiser Franz Joseph, Kaiserin Elisabeth und Kronprinz Rudolf verwendet wurde, sowie der prachtvoll dekorierte „Imperialwagen“ des 18. Jahrhunderts. Ein besonderes Exponat ist der Hofmotorwagen von 1914 (Gräf & Stift), mit dem der letzte Kaiser Österreichs ins Exil fuhr.

Der Bereich „Imperial Speed“ veranschaulicht die Leidenschaft der Habsburger für Geschwindigkeit. Hier stehen drei außergewöhnliche Fahrzeuge aus unterschiedlichen Epochen: ein zweirädriger Sports‑Wagen von 1814 für Kaiser Franz I., der rund 16 km/h erreichte, eine 1914 gebaute Hoflimousine mit 45 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von etwa 90 km/h sowie das „ArtCar“, ein künstlerisch gestaltetes Rennfahrzeug von 2014 mit 140 PS, das für Ferdinand Habsburg entworfen wurde. Diese Station zeigt, wie eng Kunst, Macht und Technik miteinander verflochten sind und setzt die Tradition der kunstvoll bemalten Hofgefährte bis in die Gegenwart fort.

Sonderausstellungen und Projekte

Neben der Dauerausstellung organisiert die Kaiserliche Wagenburg regelmäßig Sonderprojekte. Im Zeitraum von 24. Oktober 2024 bis 6. Juli 2025 wurde unter dem Titel „Victoria! – A Court Carriage and its Colourful History“ erstmals seit über 100 Jahren die persönliche Victoria‑Kutsche von Kaiser Franz Joseph gezeigt. Die Präsentation schilderte, wie das Museums­team die im Bestand eines Gestüts vergessene Kutsche wiederaufspürte und durch sorgfältige Restaurierung in ihren Originalzustand versetzte. Solche temporären Ausstellungen beleuchten einzelne Fahrzeuge und geben Einblick in Restaurierungstechniken und Forschung.

Besucherinformationen, Tickets & Services

Eintrittskarten sind online günstiger als vor Ort. Erwachsene zahlen im Onlineshop €12, vor Ort €14; ermäßigte Karten kosten €9 online, vor Ort €12. Die Ermäßigung gilt für Studierende bis 25 Jahren, Seniorinnen, Ö1‑Club‑Mitglieder, Personen mit besonderen Bedürfnissen, Wehr‑ und Zivildienstleistende sowie Arbeitslose. Inhaberinnen der Vienna City Card zahlen €13. Kinder und Jugendliche bis 19 Jahre haben freien Eintritt. Für Vielbesucher*innen gibt es Jahreskarten für alle sieben Museen des KHM‑Verbunds.

Für Besucher*innen stehen Audioguides in sechs Sprachen (Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch und Russisch) zum Preis von €2 zur Verfügung. Fotografieren ist für private Zwecke ohne Blitz und Stativ erlaubt. Jacken, Schirme und Taschen können kostenlos in der Garderobe oder in Schließfächern verstaut werden. Gruppenbesuche ab zehn Personen müssen vorab angemeldet werden. Für Pressevertretungen und Medien gibt es freien Eintritt nach Voranmeldung.

Anreise und Barrierefreiheit

Die Wagenburg befindet sich westlich des Schloss Schönbrunn. Mit der U‑Bahn‑Linie U4 erreicht man die Station Hietzing; von dort sind es nur wenige Minuten zu Fuß. Alternativ verkehren die Straßenbahnlinien 10, 58 und 60. Besucher*innen, die vom Westbahnhof kommen, fahren mit der U6 bis Längenfeldgasse und steigen dort in die U4 nach Hietzing um; vom Hauptbahnhof empfiehlt sich die Straßenbahn 18 bis Margaretengürtel, anschließend ebenfalls die U4 nach Hietzing.

Der Haupteingang des Museums verfügt über eine niedrige Stufe von etwa 3 cm und doppelflügelige Türen (je 68 cm breit); der Eingang zur Ausstellung ist 130 cm breit. Die Ausstellungsräume im Erdgeschoss sind für Personen mit Mobilitätseinschränkung zugänglich; das Obergeschoss ist nur über eine Treppe erreichbar. Die Sanitäranlagen befinden sich außerhalb der Sammlung und sind aktuell nicht barrierefrei. Besucher*innen mit besonderen Bedürfnissen wird empfohlen, sich im Vorfeld zu informieren.

Führungen, Vermittlung und Familienangebote

Die Kaiserliche Wagenburg bietet individuelle Führungen für Gruppen, Familien oder Schulklassen an. Termine können über das Kunstvermittlungs‑Team telefonisch vereinbart werden; die Dauer variiert je nach Format. Öffentliche Rundgänge, Workshops und Programme für Kinder ergänzen das Angebot. Darüber hinaus ist der Besuch durch einen Audioguide oder die KHM‑App möglich, mit der sich Besucher*innen selbstständig durch die Ausstellung bewegen können. Für Kinder stehen spezielle Programme und Geburtstagsfeiern zur Verfügung.

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