Das MAK (Museum der Angewandten Kunst) am Wiener Stubenring verbindet das historische Erbe der angewandten Künste mit zeitgenössischem Design und Architektur. Der neorenaissance Bau wurde 1863 als kaiserlich-königliches Museum für Kunst und Industrie gegründet und 1871 nach Plänen von Heinrich von Ferstel eröffnet. Die großzügigen Säle zeigen kostbare Möbel, Glas, Porzellan, Silber und Textilien vom Mittelalter bis heute. Gleichzeitig versteht sich das MAK als Plattform für experimentelle Projekte und vermittelt Design im Kontext von Klimakrise, Digitalisierung und gesellschaftlichen Fragen. Nach mehreren Umbauten und Erweiterungen lädt das Museum heute dazu ein, historische Objekte neu zu interpretieren und Zukunftsszenarien zu erproben.
Als erstes Museum an der Wiener Ringstraße diente das MAK (ursprünglich k. k. Museum für Kunst und Industrie) dem Vorbild des Londoner South Kensington Museum. Es wurde 1863 von Rudolf von Eitelberger gegründet und 1871 im neu errichteten Ringstraßen-Bau eröffnet. Heinrich von Ferstel entwarf das Gebäude im Stil der italienischen Frührenaissance; die Fassade aus Backstein und Sandstein setzte einen stilbildenden Akzent. Ursprünglich waren Museum und Kunstgewerbeschule unter einem Dach vereint. Spätere Erweiterungen (1909 durch Ludwig Baumann) vergrößerten den Gebäudekomplex. Seit 2004 pulsiert James Turrells Lichtskulptur MAKlite in wechselnden Farben durch die Fenster und lässt die Fassade lebendig wirken.
Das halbständige MAK Design Lab im Untergeschoss vermittelt Design als Haltung: Es zeigt, wie gestalterische Entscheidungen unsere Lebensweise und Umwelt prägen. Auf rund 2 000 m² werden historische Objekte aus der MAK-Sammlung mit zeitgenössischen Projekten verknüpft. Die sieben Themenräume beschäftigen sich mit Fragen wie Klimakrise, Digitalisierung, Gesellschaft und Demokratie. Zu den Highlights zählen eine Vorführung der Frankfurter Küche (Margarete Schütte-Lihotzky) sowie ein 3D-gedrucktes Lastenrad, Projekte zur Kreislaufwirtschaft und zur Rolle von Pflegearbeit. Wir fanden die interaktiven Stationen inspirierend – besonders der App-gestützte Rundgang, der Hintergründe via Smartphone vermittelt.
Vienna 1900 – Toward Modernism (derzeit wegen Neugestaltung geschlossen bis Januar 2026) zeigte zuvor Design und Kunstgewerbe der Moderne mit Werken von Koloman Moser, Gustav Klimt und Dagobert Peche sowie Möbeln von Otto Wagner und Adolf Loos.
Asien – gestaltet vom japanischen Künstler Tadashi Kawamata – führt auf schmalen Wegen durch hohe Holzvitrinen mit chinesischem, japanischem und koreanischem Kunsthandwerk. Der Raum hinterfragt traditionelle Ausstellungskonzepte und lädt zu einer unmittelbaren Begegnung ein.
Renaissance–Barock–Rokoko – Der österreichische Künstler Franz Graf kombinierte in seiner Intervention venezianische und nordische Gläser sowie Klöppel- und Nadelspitzen des 15.–17. Jahrhunderts. Die Schau zeigt kostbare Murano-Gläser und geschnittenes Glas aus Böhmen und Schlesien.
Historismus & Jugendstil – 1993 gestaltete die US-Künstlerin Barbara Bloom diesen Raum mit halbtransparenten Wänden und Silhouetten von Thonet-Stühlen. Hier wird die Erfolgsgeschichte der Gebrüder Thonet erzählt.
Empire Style & Biedermeier – Die amerikanische Künstlerin Jenny Holzer inszenierte den Raum mit leuchtenden Textbändern an der Stuckdecke. Die Objekte zeigen, wie durch Industrialisierung Konsumgüter auch bürgerlichen Haushalten zugänglich wurden.
Barock Rokoko Klassizismus – Donald Judd präsentierte die opulent dekorierten Exponate des 18. Jahrhunderts auf minimalistischen Marmorpodesten. Im Zentrum steht der Dubsky-Raum, ein kompletter barocker Porzellansaal mit über 3 000 Stücken.
HARD/SOFT – Textiles and Ceramics in Contemporary Art: Vereinte Textilien und Keramik in Werken von rund 40 internationalen Künstler*innen, die feministische Ideen und globale Produktionsprozesse thematisierten.
Johann Strauss: Frantic Ecstasy – Feminist Free Dance in Posters 1900–1933 (17.06.2025 – 16.11.2025): Zum 200. Geburtstag von Johann Strauss beleuchtet die Plakatausstellung die Verbindung zwischen Wiener Walzer und expressionistischem freien Tanz.
Hito Steyerl: Humanity Had the Bullet Go In Through One Ear and Out Through the Other (25.06.2025 – 12.04.2026): Die Berliner Künstlerin analysiert in ihrer ersten Wiener Soloausstellung die politischen Dimensionen von Alltag und Popkultur.
Bicycle & Lobster – Sparkling Tree Decorations From Gablonz (24.09.2025 – 01.02.2026): Weihnachtsbaum-Anhänger aus der Gablonz-Region (1920–1980) verwandeln den Raum in einen funkelnden Kosmos aus Glas und Fantasie.
Turning Pages: Artists’ Books of the Present (01.10.2025 – 22.03.2026): Künstlerbücher von Louise Bourgeois, Isa Genzken und jungen Positionen erforschen das Buch als Medium zwischen Kunst, Gedächtnis und Gesellschaft.
Francis Alÿs: Children’s Games (30.10.2025 – 06.11.2025): Videosequenzen von Kinderspielen aus aller Welt – vom Orangen-Balancieren in Mexiko bis zum Drachensteigen in Afghanistan – zeigen spielerische Kreativität unter allen Bedingungen.
Für eine Pause empfiehlt sich das Restaurant Salonplafond im Erdgeschoss; im MAK Design Shop finden sich Designprodukte und Publikationen. Wir empfehlen, genügend Zeit für das Design Lab einzuplanen und die verschiedenen Raumszenarien ohne Eile zu erkunden. Besonders stimmungsvoll ist der Besuch am frühen Abend, wenn die Lichtinstallation MAKlite die Fassade erstrahlen lässt. Wer Lust auf außergewöhnliche Eindrücke hat, sollte eine Themenführung am Sonntag nutzen.
| Tag | Öffnungszeiten |
|---|---|
| Dienstag | 10:00 – 21:00 |
| Mittwoch | 10:00 – 18:00 |
| Donnerstag | 10:00 – 18:00 |
| Freitag | 10:00 – 18:00 |
| Samstag | 10:00 – 18:00 |
| Sonntag | 10:00 – 18:00 |
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