Mitten in der Wiener Innenstadt versteckt sich eines der beeindruckendsten historischen Palais der Stadt: das Stadtpalais Liechtenstein in der Bankgasse. Hinter der vergleichsweise schlichten Außenfassade warten prachtvolle Rokoko-Räume, monumentale Treppenhäuser, historische Möbel sowie wertvolle Kunstwerke aus den Fürstlichen Sammlungen Liechtenstein. Gleichzeitig vermittelt das Palais einen seltenen Einblick in das adelige Leben Wiens und in die Wohnkultur vergangener Jahrhunderte.
Besonders bekannt ist das Stadtpalais für seine aufwendig restaurierten Prunkräume und die große barocke Stiege. Da sich das Gebäude weiterhin im Besitz der Fürstenfamilie befindet, ist ein Besuch ausschließlich im Rahmen geführter Touren möglich. Genau dadurch wirkt die Besichtigung deutlich exklusiver und ruhiger als in klassischen Museen.
Das Stadtpalais Liechtenstein wurde ab dem Ende des 17. Jahrhunderts errichtet und später von Fürst Johann Adam Andreas I. von Liechtenstein übernommen und erweitert. Ziel war es, mitten in Wien eine repräsentative Residenz zu schaffen, die gleichzeitig Platz für die umfangreiche Kunstsammlung der Familie bot. Schon damals galt das Palais als außergewöhnlich modern und luxuriös.
Besonders auffällig ist das monumentale Barockportal zur Bankgasse, das als erstes großes Barockportal Wiens gilt. Im Inneren entstanden großzügige Repräsentationsräume, monumentale Treppenhäuser und elegante Säle für Empfänge und gesellschaftliche Veranstaltungen. Gleichzeitig wurden bereits früh Teile der fürstlichen Kunstsammlung im Gebäude präsentiert, weshalb das Palais schon vor Jahrhunderten als kultureller Treffpunkt der Wiener Gesellschaft galt.
Ein Höhepunkt beim Besuch sind die prachtvollen Innenräume, denn viele Säle wurden im 19. Jahrhundert im Stil des Zweiten Rokoko umgestaltet. Dabei fallen vor allem die vergoldeten Stuckdecken, monumentalen Kronleuchter, kunstvollen Wandverkleidungen sowie die aufwendig gefertigten Parkettböden auf. Besonders die restaurierte Hauptstiege zählt heute zu den eindrucksvollsten barocken Treppenanlagen Wiens und gehört zu den großen Highlights der Führung.
Außerdem beeindrucken die historischen Spiegel, Marmorkamine und originalen Möbelstücke, die bis heute einen Eindruck davon vermitteln, wie luxuriös aristokratisches Wohnen in Wien einst war. Viele Räume wirken beinahe wie unverändert erhalten und unterscheiden sich dadurch deutlich von klassischen Museumsausstellungen.
Das Stadtpalais Liechtenstein galt im 19. Jahrhundert nicht nur wegen seiner Einrichtung als außergewöhnlich, sondern auch wegen seiner technischen Ausstattung. Bereits damals verfügte das Gebäude über eine Aufzugsanlage über mehrere Stockwerke, eine hausinterne Sprechanlage sowie moderne Heißluftheizungen. Zeitgenössische Berichte beschrieben sogar Mechanismen, mit denen sich ganze Fensterfronten gleichzeitig öffnen oder schließen ließen.
Gerade diese technischen Besonderheiten sorgten damals für großes Aufsehen in Wien. Gleichzeitig waren die aufwendigen Anlagen jedoch sehr reparaturanfällig, weshalb laufend Handwerker im Palais beschäftigt waren. Dadurch erhielt das Gebäude sogar den Spitznamen „Künstlerversorgungshaus“.
Im Stadtpalais befinden sich Teile der berühmten Fürstlichen Sammlungen Liechtenstein. Anders als im Gartenpalais liegt der Schwerpunkt hier vor allem auf Werken aus der Wiener Biedermeier- und Neoklassik-Zeit. Besucher sehen dabei unter anderem Arbeiten von Friedrich von Amerling und Ferdinand Georg Waldmüller, die zu den wichtigsten österreichischen Künstlern ihrer Zeit zählen.
Zusätzlich ergänzen historische Möbel, dekorative Kunstobjekte und originale Einrichtungsgegenstände die Ausstellung. Dadurch vermittelt die Führung nicht nur Kunstgeschichte, sondern gleichzeitig auch einen Eindruck vom Alltag und Wohnstil der Wiener Aristokratie.
Das Palais kann ausschließlich im Rahmen geführter Touren besucht werden. Gerade dadurch wirkt der Besuch deutlich ruhiger und exklusiver als in klassischen Museen. Öffentliche Führungen finden meist nur an ausgewählten Freitagen statt und sollten unbedingt frühzeitig reserviert werden, da die Teilnehmerzahl begrenzt ist.
Während der Führung erfährt man viel über die Geschichte der Familie Liechtenstein, die Architektur des Palais sowie die aufwendige Restaurierung nach den schweren Kriegsschäden. Gleichzeitig erhält man Zugang zu mehreren Prunkräumen, historischen Sälen und Teilen der fürstlichen Sammlung, die normalerweise nicht öffentlich zugänglich wären.
Die Führungen werden hauptsächlich auf Deutsch angeboten, zusätzlich steht jedoch ein englischer Audioguide zur Verfügung. Außerdem gibt es immer wieder spezielle Themenführungen unter dem Namen „KUNST.MOMENTE“, bei denen einzelne Kunstwerke oder historische Epochen im Mittelpunkt stehen.
In den letzten Kriegstagen wurde das Palais durch Bombentreffer und ein abgestürztes Flugzeug schwer beschädigt. Besonders betroffen waren die monumentale Hauptstiege sowie mehrere Prunkräume. Erst Jahrzehnte später begann eine umfassende Restaurierung, bei der zahlreiche historische Details rekonstruiert wurden.
Heute zählt die Sanierung des Stadtpalais zu den bedeutendsten Restaurierungsprojekten historischer Gebäude in Wien. Gerade deshalb wirkt das Palais heute wieder außergewöhnlich authentisch und vermittelt einen sehr ursprünglichen Eindruck aristokratischer Wohnkultur.
Viele Besucher kombinieren das Stadtpalais mit dem Gartenpalais Liechtenstein im 9. Bezirk. Dort befinden sich weitere Teile der Fürstlichen Sammlungen mit bedeutenden Werken von Rubens, Rembrandt, Raphael und van Dyck. Gleichzeitig warten dort der berühmte Herkulessaal, historische Bibliotheken sowie ein großer Barockgarten.
Gerade die Kombination beider Palais vermittelt einen besonders umfassenden Eindruck der Kunst- und Wohnkultur der Fürstenfamilie Liechtenstein und zählt zu den spannendsten Kulturerlebnissen in Wien.
Meta-Beschreibung:
Das Stadtpalais Liechtenstein in Wien begeistert mit Prunkräumen, Kunstsammlung und exklusiven Führungen.
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