Das Stift Melk, hoch über der Donau gelegen, ist eines der bedeutendsten Barockklöster Europas. Es wurde im 11. Jahrhundert gegründet und besticht durch seine prächtige Architektur, beeindruckende Fresken und die prachtvolle Bibliothek. Das Stift ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes Wachau und ein Muss für Kunst- und Geschichtsliebhaber.
Das Benediktinerstift Melk, ein architektonisches Meisterwerk, erhebt sich majestätisch über der Stadt Melk in Österreich. Ursprünglich im 11. Jahrhundert gegründet, beeindruckt dieses Kloster durch seine barocke Pracht und spirituelle Bedeutung. Es beherbergt eine beeindruckende Bibliothek, eine imposante Stiftskirche und das faszinierende Stiftsmuseum. Doch das eigentliche Juwel ist die atemberaubende Aussicht auf die Donau, die sich von der Stiftsterrasse bietet. Als Wahrzeichen der Wachau gehört es zum UNESCO-Welterbe.
Üblicherweise kommen Besucher über den großzügig angelegten Parkplatz zur Ostseite der Anlage. Das Portal vom Stift, im Jahr 1718 erbaut, wird von zwei Basteien flankiert. Eine dieser Basteien diente ursprünglich als Wehranlage ab Jahr 1652. Aus Gründen der Symmetrie wurde eine zweite Bastei auf der rechten Seite des Portals beim Neubau hinzugefügt. Vor dem Portal stehen Statuen der Heiligen Leopold und Koloman, entworfen von Lorenzo Mattielli im Jahr 1716. Engel auf dem Dachgiebel des Portals vervollständigen das eindrucksvolle Erscheinungsbild. Durchschreitet man das Portal, gelangt man zum Torwartlhof. Auf der rechten Seite erhebt sich einer der beiden Babenbergertürme, Überreste einer alten Befestigungsanlage, links ist der Empfangs- und Kassenbereich.
Bei der Kasse buchen wir zusätzlich die geführte Tour, die wir euch sehr ans Herz legen können. Obwohl die gleichen Räume besichtigt werden, erhält man bei dieser Führung zahlreiche zusätzliche und informative Einblicke.
Der Eingang zum Kaisertrakt erfolgt über die majestätische Kaiserstiege, die sich am südwestlichen Ende des Prälatenhofes befindet. Diese prunkvolle Treppe beeindruckt mit Säulen aus Kaiserstein und einer reich verzierten Stuckdekoration. Die Stuckdecke ziert das Bild des Doppeladlers.
Der Kaisergang im ersten Stock erstreckt sich über beeindruckende 196 Meter und durchläuft fast den gesamten Südtrakt des Gebäudes. Entlang der Wände des Kaisergangs sind Darstellungen österreichischer Herrscher aus den Häusern Babenberg und Habsburg zu bewundern. Weiter geht es zu den Kaiserzimmern, in denen heute das Museum untergebracht ist. Das Fotografieren ist in den Innenräumen leider nicht gestattet. Wir danken dem Stift Melk für das zur Verfügung stellen dieser Fotos.
Jeder Raum ist einem Thema gewidmet:
Im Zuge der Führung hören wir hier spannende Geschichten über die Kolomani Monstranz sowie das Babenberger Grab.
Die nächste Station, der Marmorsaal, beeindruckt mit Inschriften über den Türen, die Gäste willkommen heißen. Das Deckenfresko von Paul Troger (1731) zeigt Pallas Athene auf einem Löwenwagen als Symbol der Weisheit. Herkules symbolisiert die nötige Stärke, um Herausforderungen zu meistern. Diese Figuren stehen für Kaiser Karl VI., der sich gerne als Herkules feiern ließ. Die Inschriften über den Türen betonen die Wichtigkeit der Gastfreundschaft. Der Marmorsaal diente als Speise- und Festsaal, mit Türstöcken aus Adneter und Untersberger Marmor sowie Wänden aus Stuckmarmor. Die Deckenmalerei stammt von Gaetano Fanti.
Vom Marmorsaal geht es hinaus auf die Altane
Die Aussichtsterrasse, auch bekannt als Altane, verbindet den Marmorsaal und die Bibliothek. Sie ist ein unverzichtbarer Bestandteil des ikonischen Erscheinungsbildes der barocken Anlage. Von dieser Terrasse aus genießt man eine atemberaubende Aussicht auf das Donautal, die Stadt Melk und die prächtige Westfassade der Stiftskirche.
Die Stiftsbibliothek in Melk zählt zweifellos zu den Höhepunkten des Museumsrundgangs. Der für Besucher zugängliche Bereich besteht aus dem Hauptraum und einem Nebenraum. Diese Räume bildeten einst die Hauptbibliothek des Klosters und wurden im Jahr 1735 eingerichtet. Später, im Jahr 1768, erfolgte die Erweiterung um die „Obere Bibliothek“, auch bekannt als die „Bergl-Zimmer“. Diese zusätzlichen Räume sind durch eine Wendeltreppe vom Nebenraum aus erreichbar, jedoch nicht Teil des Museumsrundgangs. Zusammen bilden sie die prächtige Melker Barockbibliothek. Was die Museumsbesucher sehen, ist die beeindruckende repräsentative Seite der Bibliothek, die mit der ursprünglichen Barockbibliothek übereinstimmt. Die Bibliothek ist nach wie vor eine aktive Forschungsbibliothek, die weltweit Forscher und Forscherinnen anzieht und häufig Gegenstand von Forschungsprojekten ist. Besondere Schätze der Bibliothek werden immer in Vitrinen im Hauptsaal ausgestellt. Seit 1996 werden hier auch laufende Forschungsprojekte präsentiert, sowie Sonderausstellungen zu aktuellen Anlässen und Themen. Die Stiftsbibliothek beherbergt derzeit mehr als 100.000 Bände, darunter etwa 1800 Handschriften und 750 Inkunabeln. Etwa 16.000 Bände sind in den Räumen des Großen und des Kleinen Saals ausgestellt.
Nach etwa einer Stunde endet die eigentliche Tour. Danach gelangt man aber noch in die schöne Stiftskirche.
Das Herzstück der barocken Klosteranlage des Stiftes Melk ist zweifellos die Stiftskirche. Ihre Hauptaufgabe war es, den religiösen Fokus der gesamten Anlage zu betonen und die Ausrichtung auf Gott zu verdeutlichen. Die Inschrift „ABSIT GLORIARI NISI IN CRUCE“ (Es sei fern, sich zu rühmen außer im Kreuz) über dem Eingang zur Benediktihalle am Anfang des Rundgangs durch das Stift verknüpft sich als roter Faden mit der Kirche, in der die Pracht des Kreuzes deutlich wird. Ursprünglich plante man nur eine Barockisierung der Stiftskirche. Doch ab 1701 wurde auf Initiative von Abt Berthold Dietmayr und nach den Plänen von Jakob Prandtauer ein völlig neues Gotteshaus errichtet. Für die künstlerische Ausgestaltung konnten die besten Meister ihrer Zunft gewonnen werden.
In der Stiftskirche findet man auch die Gebeine des heiligen Koloman im linken Seitenaltar des Querschiffs, während der rechte Seitenaltar dem heiligen Benedikt gewidmet ist, obwohl sein Sarkophag leer ist. Die Bedeutung der Melker Stiftskirche wird durch die Inschrift am Hochaltar verdeutlicht: „NON CORONABITUR NISI LEGITIME CERTAVERIT“ (Ohne rechtmäßigen Kampf gibt es keinen Sieg). Dieser Kampf, der zum Sieg führt, wird am Hochaltar durch das Martyrium der Apostelfürsten Petrus und Paulus verkörpert. Er spiegelt sich im Glaubenstod des heiligen Koloman (Kolomanialtar) und im Tugendkampf des Mönches, repräsentiert durch den heiligen Benedikt im Langhausfresko.
Der Sieg in diesem spirituellen Kampf wird durch die große Siegeskrone am Hochaltar, die Fresken der Kuppel und den Siegeskranz im Langhausfresko dargestellt. Die Innenausstattung, gestaltet nach den Entwürfen des Architekten Antonio Beduzzi, beeindruckt mit reichlich Blattgold, Stuck und Marmor. Die vorherrschenden Farben sind Gold, Ocker, Orange, Grün und Grau.
Wir verlassen das Stift wieder über den Torwartlhof. Nun wollen wir noch sehen, was die Aussichtsplattform auf der Nordbastei zu bieten hat. Zu dieser gelangt man über den Shop.
Vom zweiten Stockwerk aus (auch per Aufzug erreichbar) bietet die Aussichtsterrasse nicht nur einen herrlichen Blick auf die weite Umgebung, vom Alpenvorland bis ins Waldviertel, sondern auch auf das Stiftsgelände selbst. Besonders gut kann man den Gartenpavillon und den Stiftspark überblicken. Leider ist das Wetter während unseres Besuches eher bescheiden. Eine Freitreppe ermöglicht einen direkten Zugang vom Aussichtspunkt zum Stiftspark.
Dank großzügiger Unterstützung wurde der Stiftspark von Melk revitalisiert und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Gartenanlage, die das majestätische Stift Melk ergänzt, wurde von barocken und englischen Landschaftsgärten inspiriert und hat ihren Charakter bis heute bewahrt. Im Laufe der Zeit wurden neue Ideen und Konzepte in den Park integriert, darunter das „cabinet clairvoyée“, das Paradiesgärtlein, der „Walahfrid-Strabo-Garten“, der „jardin méditerranéen“ und der „jardin oriental“.
Der Stiftspark beherbergt den barocken Pavillon mit exotischen Fresken von Johann W. Bergl, den Jardin oriental mit Blick auf das Donautal, einen meditativen Benediktusweg, ein historisches Wasserbecken und den Walahfrid Strabo Garten.
Das Stift Melk ist ganzjährig geöffnet. Auch im Winter kann das Kloster besichtigt werden.
Hier findet ihr die aktuellen Öffnungszeiten. In der Nähe befindet sich übrigens die Burgruine Aggstein sowie die Schallaburg, die beide einen Besuch wert sind!
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