Schafberg Abstieg über Himmelspforte, Mönichsee und Mittersee zur Mittelstation
Der Schafberg (1 783 m) bei St. Wolfgang im Salzkammergut gehört zu den schönsten Aussichtsbergen Österreichs. Die steilen Felswände fallen fast 1 200 Höhenmeter zum Wolfgangsee ab; bei klarer Sicht erkennt man über ein Dutzend Seen – vom Wolfgangsee bis zum Mondsee, Irrsee, Fuschlsee und Attersee . Schon im 19. Jahrhundert bauten Techniker eine Zahnradbahn auf den Gipfel und machten den Berg zu einem frühen Tourismusmagneten.
Der folgende Beitrag beschreibt eine Abstieg- bzw. Panorama-Wanderung vom Schafberg, die zwei typische Erlebnisse kombiniert: die Auffahrt mit der Schafberg‑Zahnradbahn und den Abstieg über das Himmelspforten‑Steig mit drei kleinen Bergseen. Die Tour eignet sich für trittsichere Wanderer und erfordert gutes Schuhwerk.
Anreise und Auffahrt mit der Schafbergbahn
Talstation – Anreise
Die Talstation der Schafbergbahn (Parkplatz P7) liegt am Ortsrand von St. Wolfgang. Sie ist über die B 158 (Salzburg – Bad Ischl) erreichbar; von Bad Ischl fährt die Buslinie 546 direkt zur Talstation . Wer mit dem Auto kommt, kann im gebührenpflichtigen Parkplatz P7 neben dem Bahnhofsgebäude parken .
Steilste Zahnradbahn Österreichs
Seit 1893 überwindet die Schafbergbahn als steilste Zahnradbahn Österreichs den Höhenunterschied zwischen der Talstation (542 m) und dem Gipfel (1 732 m) . Die Strecke ist 5,85 km lang und der Zug benötigt etwa 35 Minuten bis zur Bergstation. Dabei werden 1 190 Höhenmeter überwunden . Die Lokomotiven sind für Steigungen optimiert und bewältigen sogar Tunnel und enge Felsdurchbrüche . Der Zug hält nach rund 30 Minuten an der Schafbergalm (Mittelstation, 1 364 m) – hier kann man aussteigen und den Rest zu Fuß gehen – oder fährt weiter zur Bergstation auf 1 732 m.
Mit über 40€ für eine einfache Fahrt bzw. über 60€ für die Hin‑ und Rückfahrt€ ist die Bahn wirklich kein Schnäppchen, allerdings wirklich ein Erlebnis. Hier findet ihr alle Preise und den Fahrplan. Inhaber der Salzkammergut‐Erlebnis‑Card erhalten einen kleinen Rabatt. Kinder unter vier Jahren fahren kostenlos, wenn sie keinen eigenen Sitzplatz benötigen .
Ticketkauf: Fahrkarten gibt es an der Talstation und online. In der Hauptsaison fahren die Züge mindestens alle 30 Minuten; in Spitzenzeiten wird der Takt auf 20 Minuten verdichtet . Beim Kauf muss man seine Rückfahrzeit wählen; auf dem Gipfel kann sie je nach Verfügbarkeit geändert werden .
Der Gipfel – Schafbergspitze und Himmelspforte
Panoramaaussicht
An der Bergstation angekommen, folgt man dem breiten Weg (ca. 10–15 Minuten) zur Schafbergspitze (1 783 m). Dort steht ein Hotel (Hotel Schafbergspitze) und die ehemalige Himmelspforte‑Schutzhütte, die heute als Jausenstation dient. Von der Terrasse aus bietet sich ein 360‑Grad‑Panorama: der smaragdgrüne Wolfgangsee, der Mondsee, der kleineren Irrsee, der Fuschlsee sowie weiter hinten der Attersee und die Bergketten des Dachsteins . Bei klarer Sicht sollen bis zu 11 Seen sichtbar sein .
Himmelspforte – das Felsentor
Hinter dem Hotel beginnt der Weg zur Himmelspforte. Dieser felsige Durchgang mit einer schmalen Felsspalte bildet den Eingang zu unserem Abstieg. Der schmale Steig führt mit vielen Kehren und zum Teil seilversicherten Passagen über den Nordgrat des Schafbergs. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind hier unbedingt erforderlich .
Abstieg über Himmelspforten‑Steig zu drei Bergseen
Die folgende Beschreibung geht vom Gipfel abwärts. Die angegebenen Gehzeiten sind als Richtwerte zu verstehen (Pausen nicht eingerechnet). Insgesamt dauert der Abstieg bis zur Mittelstation rund 2½–3 Stunden.
Abschnitt 1 – Schafbergspitze → Himmelspforte → Suissensee (≈ 45 min)
Direkt hinter der Gipfelhütte betritt man die schmale Himmelspforte. Der Himmelspforten‑Steig (Weg Nr. 18) windet sich in engen Kehren den Nordhang hinab, an einigen Stellen sind Drahtseile angebracht. Nach etwa 45 Minuten erreicht man eine Weggabelung bei einer kleinen Hütte; hier zweigt ein unmarkierter Pfad links hinunter zum Suissensee ab .
- Suissensee – Der Suissensee ist ein kleiner, intensiv grün schimmernder Bergsee am Fuß des Schafbergs. Er liegt entlang des Wanderwegs 17/18 bei St. Gilgen; auf der Website des Tourismusverbands wird er als „kleiner Bergsee am Fuß des Schafbergs“ beschrieben . Mutige Wanderer springen an heißen Tagen ins kalte Wasser; es gibt jedoch keine Infrastruktur.
Abschnitt 2 – Suissensee → Mittersee (≈ 30 min)
Von Suissensee kehrt man zum Weg zurück und wandert ohne größere Höhenunterschiede zur nächsten Abzweigung. Der Hauptweg (Nr. 17) führt auf die Nordseite des Schafbergs und erreicht nach etwa 30 Minuten den Mittersee .
- Mittersee (Grünsee) – Der Mittersee wird auch Grünsee genannt. Er liegt auf etwa 1 287 m Höhe unter der senkrechten Nordwand des Schafbergs . Der Mittersee ein kleiner Bergsee in eindrucksvoller Umgebung; an der Westseite ragt ein Felsen empor, in den sich Wanderer verewigt haben; auf einer nahen Wiese namens „Heimliches Gericht“ tummeln sich Murmeltiere, und über dem See ranken sich Sagen über Hexen und den Teufel . Der grün schimmernde See eignet sich bestens für eine Rast.
Abschnitt 3 – Mittersee → Mönichsee (≈ 30 min)
Dem Weg 17 folgend überquert man den Sattel unterhalb der Törlspitze und steigt in Kehren zum Mönichsee hinab. Der Weg ist gut markiert; die Gehzeit beträgt wiederum rund 30 Minuten .
- Mönichsee – Der Mönichsee ist ein weiterer kleiner Bergsee (≈ 1 300 m) in einer Senke unterhalb der Schafbergwände. Er wird vom Tourismusverband als „kleiner Bergsee unter den Wänden des Schafbergs in eindrucksvoller Umgebung“ beschrieben . In den Felsen am Westufer hinterlassen Wanderer ihre Namen, und die Umgebung beherbergt viele Murmeltiere. Eine lokale Sage berichtet von einer Hexe und dem Teufel, die sich hier herumtreiben . Im Sommer lädt der See zu einer Abkühlung ein.
Abschnitt 4 – Mönichsee → Schafbergalm (Mittelstation) (≈ 1–1½ h)
Vom Mönichsee verläuft der markierte Purtschellersteig (Weg Nr. 27) in Richtung St. Wolfgang. Zunächst steigt der Steig durch den Wald zu einer Wegkreuzung; wer noch Reserven hat, kann von hier zur Spinnerin (1 725 m) aufsteigen (ca. 45 min hin und zurück) . Der Abstieg über den Purtschellersteig führt anschließend an der Wetterloch‑Höhle vorbei und durch seilversicherte Passagen hinunter zur Mittelstation der Bahn . Je nach Trittsicherheit sind dafür 1 bis 1½ Stunden einzuplanen. An der Schafbergalm kann man in die Zahnradbahn einsteigen und gemütlich hinabfahren (30 Minuten) .
Optional: Weiterabstieg ins Tal
Wer den Abstieg komplett zu Fuß erleben möchte, folgt von der Mittelstation aus der Nummer 20 oder 23 zurück nach St. Wolfgang. Der Weg führt über die Dorneralm durch Wald zum Tal und dauert zusätzlich etwa 1½ Stunden. Insgesamt verlängert sich die Gehzeit dann auf 3½–4 Stunden. Der Gegenweg von St. Wolfgang über Mönichsee zum Gipfel wird in vier Stunden beschrieben .
Praktische Tipps
- Trittsicherheit & Ausrüstung: Der Himmelspforten‑Steig ist stellenweise steil und ausgesetzt, mit Drahtseilen gesichert und nassem Fels. Der Alpenverein weist darauf hin, dass man sich über weite Strecken in absturzgefährdetem Gelände bewegt . Feste Bergschuhe, Schwindelfreiheit und gutes Wetter sind Voraussetzung.
- Zeitplanung: Für die beschriebene Abstiegsrunde (Gipfel → Mittelstation) sollten 2½–3 Stunden reine Gehzeit und Zeit für Pausen eingeplant werden. Ein zusätzlicher Abstecher zur Spinnerin verlängert die Tour um etwa 45 Minuten .
- Verpflegung: Am Gipfel gibt es das Hotel Schafbergspitze sowie die Jausenstation Himmelspforte; beide bieten Snacks und Getränke und eine Sonnenterrasse . Unterwegs gibt es keine Einkehrmöglichkeiten – ausreichend Wasser und Proviant sind wichtig.
- Beste Jahreszeit: Die Schafbergbahn fährt von März bis Anfang November; der Alpenverein empfiehlt die Tour zwischen Mai und Oktober . Im Frühling und Herbst können Schneereste und Nässe die Steige erschweren.
- Online‑Ticket & Rabatte: Wir empfehlen Tickets für die Bahn im Voraus online zu kaufen, um Wartezeiten zu vermeiden . Kinder fahren freitags ab 13:30 Uhr gratis, wenn sie von einem Erwachsenen begleitet werden .
















