Von Pertisau zur Gaisalm und weiter nach Scholastika – die schönste Uferwanderung am Achensee
Kaum eine Wanderung am Achensee verbindet beeindruckende Ausblicke, abwechslungsreiche Wege und eine entspannte Rückfahrt so gut wie die Tour von Pertisau über die Gaisalm bis nach Scholastika. Der Weg führt direkt am türkisblauen Wasser entlang, vorbei an kleinen Badebuchten, felsigen Uferabschnitten und mehreren Aussichtspunkten. Während der erste Teil der Strecke noch gemütlich verläuft, wird der Weg später deutlich alpiner und abwechslungsreicher.
Besonders praktisch: Da die Wanderung nicht als Rundweg zurückführt, bringt euch die Achenseeschifffahrt bequem wieder nach Pertisau. So könnt ihr die gesamte Uferwanderung genießen, ohne denselben Weg wieder zurückgehen zu müssen.
Kurzinfos:
- Start: Schiffsanlegestelle Pertisau (Ticketschalter der Achenseeschifffahrt)
- Ziel: Schiffsanlegestelle Scholastika (Achenkirch)
- Rückfahrt: Mit der Achenseeschifffahrt nach Pertisau
- Strecke: ca. 10 km
- Gehzeit: rund 3h reine Gehzeit
- Höhenmeter: rund 250 hm
- Schwierigkeit: Mittel
- Kinderwagen: Nur das erste Teilstück geeignet
- Für Kinder geeignet: Nur für bergerfahrene Kinder
- Einkehr: Gaisalm oder Scholastika
- Schiffsfahrplan: findet ihr hier.
- Tipp: Die letzte Schiffverbindung unbedingt vor der Wanderung kontrollieren.
Start an der Seepromenade von Pertisau
Die Wanderung beginnt direkt bei der Schiffsanlegestelle in Pertisau. Vom Ticketschalter der Achenseeschifffahrt folgt ihr zunächst der Uferpromenade Richtung Norden. Direkt am See könnt ihr anfangs allerdings noch nicht entlanggehen. Stattdessen führt der Weg links am Hotel Fürstenhaus vorbei.
Bereits nach wenigen Metern weisen die ersten Wegweiser den richtigen Weg. Auf ihnen sind unter anderem die Gaisalm mit rund 1,5 Stunden sowie Achenkirch mit weiteren 1,25 Stunden ausgeschildert.
Schon hier merkt man, dass diese Wanderung zu den beliebtesten Touren am Achensee zählt. Der Weg ist breit, gut ausgebaut und angenehm zu gehen.
Vorbei am kostenlosen Strandbad
Kurz nach dem Ortszentrum passiert ihr das Strandbad Pertisau, das sich hervorragend für eine Abkühlung nach der Wanderung eignet. Der Eintritt ist kostenlos und die große Liegewiese liegt direkt am See.
Gerade an heißen Sommertagen lohnt es sich, Badebekleidung mitzunehmen. Das kristallklare Wasser des Achensees sorgt nach der Wanderung für die perfekte Erfrischung.
Ein gemütlicher Beginn direkt am Wasser
Nach dem Strandbad beginnt einer der angenehmsten Abschnitte der gesamten Tour. Der breite Schotterweg verläuft unmittelbar am Ufer entlang und bietet immer wieder wunderschöne Ausblicke auf den AAchensee und das gegenüberliegende Rofangebirge.
Besonders schön sind die zahlreichen kleinen Buchten entlang des Weges. Immer wieder führen schmale Pfade direkt zum Wasser hinunter. Viele nutzen diese Plätze zum Baden oder einfach für eine kurze Pause mit Blick auf den See.
Wer mit Kindern unterwegs ist, wird feststellen, dass unterwegs ständig neue Möglichkeiten entstehen, Steine ins Wasser zu werfen oder am Ufer kleine Entdeckungen zu machen. Dadurch vergeht das erste Stück der Wanderung fast wie im Flug.
Da der Weg anfangs breit und nahezu eben verläuft, ist dieser Abschnitt sogar mit einem Kinderwagen möglich.
Nach etwa einer halben Stunde wird der Weg anspruchsvoller
Nach ungefähr 30 Minuten verändert sich der Charakter der Wanderung deutlich. Der breite Schotterweg endet und der Weg wird schmäler. Gleichzeitig beginnt er leicht anzusteigen. Ab hier ist die Tour für Kinderwagen nicht mehr geeignet.
Zunächst bleibt der Anstieg noch moderat. Mit normalen Sportschuhen kommt man zwar noch gut zurecht, dennoch merkt man schnell, dass der weitere Verlauf alpiner wird. Mit Kindern und Hunden ist dieser Abschnitt weiterhin gut machbar, allerdings sollte man nun etwas aufmerksamer unterwegs sein.
Erste felsige Passagen über dem Achensee
Etwa 40 Minuten nach dem Start erreicht ihr die ersten felsigen Abschnitte entlang der steilen Uferhänge. Der Weg führt nun immer wieder über natürliche Felsstufen und schmale Passagen. Teilweise verläuft der Steig oberhalb des Sees, während es rechts steil hinunter zum Wasser geht.
An einigen Stellen sind Drahtseile angebracht, an denen man sich zusätzlich festhalten kann. Eine Kletterausrüstung ist natürlich nicht notwendig, dennoch ist hier Trittsicherheit gefragt. Wer mit Kindern unterwegs ist, sollte sie auf diesen Abschnitten grundsätzlich auf der bergseitigen Wegseite gehen lassen.
Der Weg verläuft direkt unter überhängenden Felsen und einem kurzem überdachtem Abschnitt hindurch. Von oben tropft stellenweise Wasser auf den Weg, weshalb dieser Abschnitt selbst an warmen Tagen angenehm kühl bleibt.
Gerade im Hochsommer sorgt dieses kurze Stück für eine willkommene Abwechslung, bevor der Steig wieder aus dem schattigen Bereich hinausführt.
Über ein breites Geröllfeld zur Gaisalm
Nach den felsigen Passagen öffnet sich die Landschaft plötzlich. Vor euch liegt ein breites Geröllfeld, das sich vom Hang bis hinunter zum Achensee zieht. Trotz der vielen Steine ist der Weg gut zu erkennen und problemlos zu begehen.
Hier lohnt sich ein kurzer Blick zurück. Das türkisblaue Wasser des Achensees bildet gemeinsam mit den steilen Berghängen eine beeindruckende Kulisse, die zu den schönsten Fotomotiven der gesamten Wanderung zählt.
Kurz darauf verschwindet der Steig wieder in einem kleinen Waldstück. Vor allem an heißen Sommertagen sorgt dieser Abschnitt für angenehmen Schatten und etwas Abkühlung.
Nach rund 1 Stunde 20 Minuten erreicht ihr die Gaisalm
Nach etwa 1 Stunde und 20 Minuten Gehzeit taucht schließlich die Gaisalm auf. Sie liegt direkt am Ufer des Achensees und ist ausschließlich zu Fuß oder mit dem Schiff erreichbar. Gerade diese besondere Lage macht sie zu einem der beliebtesten Ausflugsziele rund um den Achensee .
Die große Terrasse mit Blick auf den See lädt zu einer ausgiebigen Pause ein. Wer lieber im Schatten sitzt, findet auch überdachte Plätze. Für Familien besonders praktisch: Direkt neben der Alm befindet sich ein schöner Spielplatz, auf dem sich Kinder nach der Wanderung austoben können.
Essen, Eis und hausgemachte Kuchen
Die Gaisalm eignet sich perfekt für eine längere Rast. Neben warmen Speisen gibt es verschiedene Getränke, Eis sowie hausgemachte Kuchen.
Ein kleiner Hinweis aus eigener Erfahrung: Am Kiosk ist nur Barzahlung möglich. Im Restaurant kann hingegen problemlos mit Karte bezahlt werden. Nach der ersten Hälfte der Wanderung schmeckt ein kühles Getränk hier besonders gut, bevor der anspruchsvollere zweite Abschnitt beginnt.
Nach der Gaisalm beginnt der anspruchsvollere Teil
Viele glauben, dass der schwierigste Abschnitt bereits hinter ihnen liegt. Tatsächlich fordert die Wanderung nach der Gaisalm aber noch einmal etwas mehr Kondition.
Direkt hinter der Alm führen mehrere Stufen bergauf. Der kurze Anstieg ist zwar etwas anstrengend, wird aber sofort mit einem wunderschönen Blick zurück auf die Gaisalm und den Achensee belohnt. Gerade dieser Rückblick zählt für uns zu den schönsten Fotomotiven der gesamten Tour.
Einer der schönsten Aussichtspunkte der Wanderung
Nach den Stufen erreicht ihr eine kleine Aussichtsterrasse. Von hier blickt ihr auf den tiefblauen Achensee , die umliegenden Berge und die Gaisalm, die sich direkt an das Ufer schmiegt. Wer eine kurze Pause einlegt, merkt schnell, wie ruhig es hier trotz der beliebten Wanderung sein kann.
Ein Platz, an dem man einfach einige Minuten stehen bleiben sollte.
Der Mariensteig verlangt Trittsicherheit
Der Weg verläuft nun deutlich höher über dem Achensee und führt ständig über Wurzeln, Steine und kleinere Felsstufen. Immer wieder geht es einige Meter bergauf und anschließend wieder bergab. An mehreren Stellen queren kleine Wasserläufe den Weg. Meist fließt das Wasser einfach über die Felsen, ohne dass man dabei nass wird. Nach Regen können diese Stellen allerdings rutschig sein.
Die Tour bleibt technisch zwar gut machbar, dennoch sind nun Trittsicherheit und eine gewisse Schwindelfreiheit empfehlenswert.
Immer wieder traumhafte Ausblicke auf den Achensee
Auch wenn dieser Abschnitt etwas mehr Konzentration verlangt, wird man dafür ständig mit neuen Ausblicken belohnt.
Zwischen den Bäumen öffnet sich immer wieder der Blick auf den Achensee . Das Wasser leuchtet – je nach Sonneneinstrahlung – in verschiedenen Blau- und Türkistönen und bildet einen beeindruckenden Kontrast zu den steilen Felswänden des Karwendelgebirges. Gerade dieser abwechslungsreiche Mix aus Wald, Felsen und See macht den Reiz dieser Wanderung aus.
Zurück ans Seeufer
Nach knapp einer Stunde ab der Gaisalm wird der Weg wieder flacher. Langsam nähert ihr euch erneut dem Seeufer. Die letzten Meter verlaufen deutlich gemütlicher und führen direkt am Wasser entlang. Nach rund dreieinviertel Stunden Gehzeit erreicht ihr schließlich die Schiffsanlegestelle Scholastika.
Hier endet die Wanderung – zumindest zu Fuß.
Mit dem Schiff zurück nach Pertisau
An der Schiffsanlegestelle Scholastika endet die Wanderung auf besonders entspannte Weise. Statt denselben Weg wieder zurückzugehen, bringt euch die Achenseeschifffahrt gemütlich über den See zurück nach Pertisau.
Während der rund 30-minütigen Fahrt könnt ihr die Strecke noch einmal vom Wasser aus betrachten. Besonders beeindruckend ist dabei der Blick auf die steilen Felswände des Gaisalmsteigs, den ihr kurz zuvor noch zu Fuß bewältigt habt. Erst vom Schiff aus wird deutlich, wie spektakulär dieser Weg tatsächlich am Hang entlangführt.
Da sich die Abfahrtszeiten je nach Saison unterscheiden, solltet ihr den Fahrplan unbedingt bereits vor der Wanderung kontrollieren.
Unser Tipp: Die Achensee Erlebniscard. Sie ist sieben Tage gültig und beinhaltet unter anderem die unbegrenzte Nutzung der Achenseeschifffahrt sowie der Karwendel-Bergbahn in Pertisau und der Rofanseilbahn in Maurach. Je nachdem, welche Ausflüge ihr plant, kann sich die Karte bereits nach wenigen Tagen lohnen.
Zusätzlich sind weitere Leistungen und Ermäßigungen enthalten. Hier findet ihr aktuelle Informationen zur Achensee Erlebniscard.
Für wen eignet sich die Wanderung?
Die Wanderung richtet sich an alle, die eine abwechslungsreiche Tour mit vielen Ausblicken suchen und keine reine Forststraßenwanderung gehen möchten.
Der erste Abschnitt ab Pertisau verläuft noch angenehm flach und eignet sich auch gut für Familien mit kleineren Kindern. Nach etwa einer halben Stunde wird der Weg jedoch schmäler und alpiner. Spätestens ab hier sollte der Kinderwagen umkehren.
Kinder mit etwas Bergerfahrung können die Tour problemlos meistern. An einzelnen Stellen ist allerdings Vorsicht geboten, da der Weg oberhalb des Sees verläuft und teilweise schmale Passagen aufweist. Auch Hunde können die Strecke gut bewältigen.
Wer unter starker Höhenangst leidet oder sehr unsicher auf schmalen Wegen unterwegs ist, wird den Abschnitt zwischen Pertisau und der Gaisalm sowie besonders den Mariensteig vermutlich als anspruchsvoll empfinden.
Unsere Tipps für die Wanderung
- Plant eure Wanderung so, dass ihr das letzte Schiff sicher erreicht.
- Kontrolliert den Fahrplan bereits am Vortag.
- Wanderschuhe sind empfehlenswert.
- Nehmt ausreichend Getränke mit. Zwischen Pertisau und der Gaisalm gibt es keine Einkehrmöglichkeit.
- Badebekleidung lohnt sich. Entlang des ersten Abschnitts laden mehrere kleine Buchten zum Baden im Achensee ein.
- Wer bei der Gaisalm einkehren möchte, sollte etwas Bargeld dabeihaben. Am Kiosk ist nur Barzahlung möglich.
- Nach Regen können die felsigen Passagen rutschig sein.
Unser Fazit
Die Wanderung von Pertisau über die Gaisalm bis nach Scholastika zählt für uns zu den schönsten Touren am Achensee . Sie verbindet gemütliche Uferwege, schmale Steige, beeindruckende Ausblicke und eine Einkehr direkt am See zu einer abwechslungsreichen Wanderung.
Besonders gelungen finden wir die Kombination mit der Rückfahrt per Schiff. Dadurch erlebt ihr den Achensee sowohl zu Fuß als auch vom Wasser aus und spart euch den Rückweg auf derselben Strecke.
Wer ausreichend Trittsicherheit mitbringt und eine aussichtsreiche Wanderung sucht, sollte diese Tour bei einem Urlaub am Achensee unbedingt einplanen.























